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Ich treffe sie immer wieder. Menschen, die sie erlebt haben. Die unsichtbare Krankheit. Eine der eindrücklichsten Schilderungen dieses Leidens war im Berner „Bund“ nachzulesen. Es geht um Josef Engler (Name geändert). Bei ihm wusste man, dass alles in guten Händen war, seine Gewissenhaftigkeit und sein Fleiss waren beispielhaft. Engler wäre es nie in den Sinn gekommen, Nein zu sagen. Schliesslich erhielt er Anerkennung für das, was er leistete – und diese Anerkennung war sein Antrieb. Heute, nach allem, was geschehen ist, sagt der 52-Jährige: «Ich habe nie unterschieden zwischen mir und meinen Aufgaben. Ich war nicht ich – ich war mein Job; dafür habe ich mich aufgeopfert.» Die häufigen Schwindelgefühle und Migräneanfälle empfand Engler als lästige Unterbrechungen. Er ignorierte sie, solange es ging, oft brauchte er Medikamente, «um die Sache in den Griff zu bekommen». Seine Leistung wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Mitte der Neunzigerjahre erbte Engler eine neue Funktion an der Schnittstelle zweier Informatiksysteme, er arbeitete mal in Ostermundigen, mal in Freiburg. Ende der Neunzigerjahre kam es zur grossen Reorganisation, Engler hätte nach Bern wechseln müssen. Da er dort keine Perspektiven sah, wechselte er nach 13 Jahren in eine neue Abteilung, die sich um die Sicherheit der Grossrechner kümmerte. «Die neue Arbeit stellte hohe Ansprüche», sagt Engler lakonisch, «ich selber legte die Messlatte mit meinem Perfektionismus aber noch viel höher.»
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Oft sind es persönliche Faktoren, die eine Neigung zum Burnout begünstigen. Hohe Selbst-Ansprüche oder Perfektionismus gehören dazu. Burn-out ist aber nicht einfach eine Folge von zu hohem Stress, sondern entsteht, wenn dieser über längere Zeit nicht bewältigt werden kann und kein Puffer, kein Ausweg und keine Unterstützung vorhanden sind. Die Burn-out-Forschung verweist auf die Bedeutung von Autonomieverlust und Rollenkonflikten als zentrale auslösende Erlebnisse, die nicht konstruktiv und befriedigend gelöst werden können. Wer viel leistet und dauernd entmutigt wird, ist Burn-Out gefährdet, ebenso wie diejenigen, die unter engen Handlungsspielräumen arbeiten.
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14:00
Kennzeichnung:
burn-out, stiftung, erlebnisbericht
5 Antworten

praktisch täglich bekomme ich zu hören, was Menschen im Arbeitsprozess beschäftigt und belastet: mangelnde Wertschätzung, zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten, enormer Zeitdruck und eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit über Blackberrys und iPhones. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat zu Beginn dieses Jahres errechnet, dass krankmachender Stress die Schweizer Wirtschaft jährlich 4,2 Mrd Fr. kostet. Ein Drittel der schweizerischen Bevölkerung wird irgendwann einmal im Leben psychisch krank. Zwei Drittel haben Angehörige, die psychisch krank sind. Mit der neugegeründeten Stiftung will ich zusammen mit Fachleuten und Menschen die ein Herz dafür haben, das tun was im Stiftungszweck festgelegt ist:

"Die Stiftung unterstützt und fördert Massnahmen jeglicher Art, die zur Steigerung der Arbeits- und Lebensqualität beitragen. Sie setzt sich insbesondere für die Förderung intakter psychischer Gesundheit als Voraussetzung für die langfristige Erhaltung der persönlichen Leistungsfähigkeit in allen Lebensbereichen ein.
Besonders unterstützt werden Massnahmen, die der Prävention von Burnouts und depressiven Krankheitsentwicklungen dienen."


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12:00
Kennzeichnung:
stress, burn-out, depression, lebensqualität
8 Antworten

Arbeitsmediziner Dr. Dieter Kissling spricht in seinem Insitut in Baden mit Ruedi Josuran über:
Wertschätzungskultur als Burnout-Prävention, Stress, Pausen, Unterschied Burnout-Depression und warum es in der Schweiz immer mehr Burnout-Fälle gibt.

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Burnout ist eine ernst zu nehmende Folge von zunehmender Stressbelastung am Arbeitsplatz. Wie verschiedene Untersuchungen zeigen, so zum Bespiel die seit den 80ger Jahren wiederholten Untersuchungen vom SECO zu Arbeitssituationen und gesundheitliche Risiken für Schweizer Arbeitsnehmer, nimmt die Zahl der Befragten, die sich oft oder sehr oft bei der Arbeit gestresst fühlen und auch psychosomatische Beschwerden aufweisen, in den letzen Jahren zu. Parallel nimmt auch die Anzahl an Menschen mit einer psychisch bedingten Invalidität zu. Immer häufiger suchen Menschen aus verschiedensten Berufsgruppen und unterschiedlichsten Positionen Hilfe bei Fachpersonen für stressbedingte Erkrankungen. Das Schweizerische  Expertennetzwerk für Burnout bezeichnet Burnout als eine durch Stress am Arbeitsplatz bedingte Stressfolgeerscheinung, die sich bei vorgängig „normalen“ Individuen, meist in einem längeren Prozess entwickeln kann. Burnout ist keine Krankheit an sich, sondern ein Syndrom, das sich in verschiedener Ausprägung darstellt und zu schwerwiegenden psychischen Störungen, wie eine Depression oder eine Suchterkrankung, aber auch zu körperlichen Erkrankungen führen kann. Unsere heutige Arbeitswelt zeichnet sich durch Arbeitsbedingungen aus, die viele Risikofaktoren für eine Burnoutentwicklung beinhalten, wie ausschliessliche und maximale Renditenorientierung, hoher Produktions- und Zeitdruck, häufiger Rollenwechsel, zunehmende Anonymisierung und Verlust von sozialer Kohärenz, Verlust von Autonomie und Wertekonflikte, um nur einige zu nennen.  Trotzdem werden Burnout und psychische Leiden immer noch als Ausdruck von Schwäche  eines Einzelnen gesehen, und auch die Betroffenen fühlen sich oft als Versager. Immer wieder finden sich in den Medien Berichte, die Burnout als „ eingebildete“ Krankheit oder eine einfache „Befindlichkeitsstörung“ bezeichnen und Betroffene werden stigmatisiert.


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OrtizHelen: People all over the world take the loans from different creditors, just because it's comfortable...
martha dürig: Ein treffender Artikel-habe selber haufenweise ungelebtes Leben hinter mir-Depressionen und...
arthur oetiker: Eure Artikel sind Mutmacher-kämpfe mich momentan wieder in die Arbeitswelt zurück
Arthur...
franco ochsenbein: Habe eure Seite in den Ferien entdeckt-von A-Z ansprechend gemacht-bin eher per Zufall darauf...
Lino Senegri: Meine Frau hat mir euren Blog empfohlen-bin begeistert-ich hoffe, dass die Stiftung bald auch mehr...

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